Unterwasser-Erkundung der Subrosions-Doline

Kleiner Segeberger See

                                                                                                                                                                                                                  x

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                x

 

Fotos vom Kleinen Segeberger See:

 

 

Nachdem ich erfahren hatte, wie tief der `Kleine Segeberger See` heute ist (10m) und ohne Sedimente wäre (27m !), ist meine Fantasie ein wenig mit mir durchgegangen. Assoziationen an die ozeanischen `Blue Holes`, die mexikanischen `Cenote` oder die `Maarseen` der Vulkaneifel ließen in mir den Wunsch aufkommen, dort selbst einmal nachzuschauen. Da dieses Gewässer zum Tauchen bzw. Schnorcheln aufgrund der extrem geringen Sichtweiten und des im Laufe der Jahrhunderte darin entsorgten Unrats nur wenig einladend und zu gefährlich ist, musste ich auf technische Hifsmittel zurückgreifen, um meiner Neugier nachgehen zu können. Dazu habe ich mir zunächst eine einfache Unterwasserkamera mit Hilfe eines austarrierten Einmachglases und ein simples Seilsystem gebastelt, mit dem es theoretisch möglich ist, jeden Punkt des Gewässers vom Ufer aus anzufahren...

 

 

kleine limnologische Betrachtung

Obwohl der Kleine Segeberger See von seiner Fläche nur die Größe eines Teiches hat, weist er jedoch mit einer Tiefe von etwa 10m eine ausgeprägte Schichtung auf, und kann daher gewässerkundlich tatsächlich als See betrachtet werden. Es hat sich aufrgrund des ungünstigen Verhälnisses von Oberfläche zu Tiefe und des hohen Mineralisierungsgrades das Hypolimnion in ein mit Schwebstoffen, organischen Abbauprodukten (n.a. Schwefelwasserstoff / Hydrogensulfid) und Salzen angereichertes, anaerobes Monimolimnion umgebildet, welches wegen seines hohen spezifischen Gewichtes von den jahreszeitlichen Zirkulationen /Durchmischungen nicht mehr erfasst wird. Daher handelt es sich hier um ein meromiktisches und aufgrund der Sichtweiten von ganzjährig unter 2m und fehlender submerser Vegetation wohl auch ein hypertrophes Gewässer. Die Sprungschicht (das Metalimnion) war in 10/12 in einer Tiefe zwischen 2 und 5m zu finden. Die einzige größere Fischpopulation besteht aus Rotfedern (Scardinius erythrophthalmus), die zur Familie der Karpenfische gehörend auch mit geringen Sauerstoffraten überleben und hier mit nur sehr wenigen Tieren von bis zu 25cm Länge nicht sonderlich groß werden. Daneben können noch zwei od. drei ca. 30cm große Karpfen (Cyprinus carpio) beobachtet werden, die hier sicherlich irgenwann eingesetzt worden sind.

 Der Laich der Erdkröte (Bufo bufo) scheint hier entweder regelmäßig abzusterben oder, was wahrscheinlicher ist, von den Rotfedern vollständig aufgezehrt zu werden. Kaulquappen konnten jedenfalls bisher keine beobachtet werden. Der Boden des Sees ist in weiten Bereichen nicht fest, sondern besteht aus weichem Mudde bzw. Faulschlamm, welcher sich erst mit zunehmender Tiefe unter seinem eigenen Gewicht sukzessiv verfestigt. So müssen die alljährlich vom `Schiffs-Modellbau-Club Kreis Segeberg e.V.` ausgelegten Bojen mit Leinen zum Ufer hin verspannt werden. Anfänglich mit Grundgewichten verankerte Bojen waren nach wenigen Tagen unauffindbar im Seegrund versunken. Eine 1962/63 auf dem zugefrorenen See niedergebrachte Bohrung hatte ergeben, dass erst in einer Tiefe ab 27m festes Gestein liegt und darüber aus der Frühphase dieser Subrosionsdoline Schichten eines Bruch oder Moores anstehen. Eine Pollenanalyse des erbohrten Bruchwaldtorfs hatte ein Alter von etwa 5500 Jahren ergeben. Sebastian Baldauf konnte 2008 unmittelbar über dem heutigen Grund erhöhte Konzentrationen von Chlorid, Natrium, Calcium, sowie Hydrogencarbonat ermitteln und interpretierte dies als Hinweis auf unterirdischen Austritt von salzhaltigen Wässern im Bereich der Gewässersohle. Interessanteweise ist der Gehalt an Sulfat im Kleinen Segeberger See sehr gering, so dass "ein Zufluss von sulfathaltigem Karstwasser ausgeschlossen werden kann". [Anhydrit sowie Gips = Kalziumsulfat /Calciumsulfat].

   Es wird aufgrund des `unausgewogenen` Verhältnisses von kleiner Oberfläche zu großer Tiefe wohl nie zu einer Vollzirkulation des Wasserkörpers kommen (meromiktisches Gewässer). Daher wirkt das Hypolimnion (=Monimolimnion) nicht nur chemisch sondern auch physikalisch als Falle für viele düngende Einträge, die über eine gewisse Tiefe hinaus, nämlich durch die Sprungschicht (Metalimnion), absinken. Diese Schwebstoffe sind dann auf immer dem Epilimnion (=Mixolimnion) entzogen. Unter der Sprungschicht herrschen allerdings anaerobe Verhältnisse, und man kann froh sein, dass dieses `Tiefenwasser` voraussichtlich nie an die Oberfläche kommen wird.

 

Subrosion

Der Kleine Segeberger See begann sich vor ca. 5.500 Jahren durch Subrosions- und Suffosionsvorgänge (untergründiger Massenschwund durch Salzauflösung und -wegführung und dem Nachsinken der Deckschichten) zunächst als kleines Moor zu bilden. Dieser ursprüngliche Bruchwaldtorf befindet sich jetzt in dem in 27m Tiefe liegenden Grundgestein. Darüber befindet sich eine etwa 17m starke Sedimentschicht, die sich vorwiegend aus dem dort angesammelten Faulschlamm gebildet hat (Mudde). Vorausgesetzt die untergründige Absenkbewegung dauert in gleichmäßigen Raten bis heute an, kommt man auf einen Betrag von etwa 5mm im Jahr, um die der Seeboden sinkt. Dem steht ein Auffüllen mit Sediment durch verschiedenste Einträge mit dem Betrag von ca. 3mm pro Jahr entgegen. Dies würde bedeuten, dass der Kleine Segeberger See pro Jahr stetig um 2mm tiefer wird.

Vermutlich dauert der Subrosionsprozess im Untergrund bis heute an. Zumindest ist ein langsames Einsinken einiger Bereiche des Ufers erkennbar (siehe auch: Betrachtung zur Karte von U.Salchow von 1804). Dies kann an den, in der südlichen und der östlichen kleinen Bucht im Wasser liegenden Bäumen, an einigen zum See geneigten Bäumen am steilen Nordufer und an dem zum See geneigten, direkt an der Wasserkante aufgestellten Holzgeländer im nordöstlichen Verlauf des Rundweges abgelesen werden. Das steile Gefälle des Sees von ca. 45° Hangneigung in weiten Bereichen des West- und Nordufers legt den Schluss nahe, dass hier bis an die Gewässerkante festes Gestein ansteht, wenn schon nicht Sulfatgestein (Anhydrit /Gips) so doch wahrscheinlich ein hinreichend stabiler Tonmergelstein, welcher in und um Bad Segeberg vielerorts nah unter der Erdoberfläche zu finden ist. Viel wahrscheinlicher aber sind die heutigen Uferbereiche zum größten Teil Aufschüttungen aus Bauschutt und ähnlichen Materialien, die beim Verlegen des Ufers irgendwann nach 1804 eingebracht worden sind (siehe unten).

 

Interessant ist auch folgende Überlegung:

Nimmt man aufgrund der heutigen Tiefe bis zum Grundgestein und der ursprünglichen Form des Kleinen Segeberger Sees ein in den tieferen Untergrund gesunkenes Materialvolumen von überschlägig etwa 72.000m³ an, entspricht das natürlich einem eben solchen Volumen an gelöstem und weggeführten Salz an diesem Punkt im Top des Salzstockes, nämlich etwas mehr als 156.000t. Um diese Menge Salz aufzulösen und wegzutragen war dort in den 5.500 Jahren der Entwicklung dieser Senke eine Passage von mehr als 430.000m³ Wasser nötig. Das entspricht 78m³ Wasser pro Jahr oder 200 Litern pro Tag, bzw. 9 Litern in einer Stunde. Das ist nur ein Bruchteil dessen, was alleine die offene Wasserfläche an Niederschlägen aufnimmt (heute etwa 1.800m³/Jahr). Viel interessanter ist aber die Frage, wo und wie dieses Wasser seinen Weg durch das Salz nimmt.

 

 

 

1. Durchlauf im April 2010 - von Detritus bis Sapropel

 

... und so sieht es nun dort unten aus:

Wenn Video-Wiedergabe nicht funktioniert, bitte die Seite                                                                                                   aktualisieren oder diesen Link anklicken: KlSeSee 4/10


2. Durchlauf im Oktober 2012 - Sprungschicht & interne Wellen

Mein herzlicher Dank gilt Wolfgang Suck, Vereinsvorstand des `Schiffs Modellbau Cub Kreis Segeberg e.V.`, der mich aufopferungsvoll über den Kleinen Segeberger See gerudert und dabei mittels Garmin-GPS stets Kurs gehalten hat, während ich mit Lot und Kamera beschäftigt war.

                                                                                                                  ... mit verbesserter Technik und einem Ruderboot:

                                                                                                                Wenn Video-Wiedergabe nicht funktioniert, bitte Seite                                                                                                                                aktualisieren oder diesen Link anklicken: KlSeSee 10/12

Messprotokoll:

 

Kleiner Segeberger See / Datei: 19.10.12  9:45:46  1,38GB  39`22``

 

Strecke 1

von B53.935038°/L10.314058° _360°N entlang 34,6m nach B53.935346°/L10.314054°

MP

Tiefe

Zeit

Entf. Ufer

Koordinaten

Kommentar

 

01

2,75m

09:51:07

bei 5:21

5m

B53.935127° L10.314058°

Sand, keine Mudde

 

02

6,85m

09:52:36

bei 6:50

 

B53.935178° L10.314054°

Grund - Mudde

 

03

5,45

09:53:52

bei 8:06

 

B53.935216° L10.314056°

Mudde

 

04

5,65

09:55:12

bei 9:34

 

B53.935257° L10.314054°

Mudde

 

05

3,05

09:57:08

bei 7:38

5m

B53.935301° L10.314054°

Mudde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Strecke 2

von B53.935346°/L10.314054° _232°SW entlang 87,4m nach B53.934862°/L10.313009°  

MP

Tiefe

Zeit

Entf. Ufer

Koordinaten

Kommentar

 

06

5,85m

10:01:05

bei 15:15

ca.10m

B53.935256° L10.313900°

Äste

 

07

6,65

10:04:02

bei 18:16

 

B53.935221° L10.313775°

 

 

08

7,45

10:05:53

bei 20:07

 

B53.935178° L10.313644°

  Mudde, Laub, Objekt?

 

09

7,65m

10:07:23

bei 21:37

 

B53.935132° L10.313518°

+-2m

 

 

10

7,45

10:08:47

bei 23:01

 

B53.935094° L10.313418°

+-2m

 

 

11

6,35

10:10:46

bei 25:00

 

B53.935028° L10.313266°

 

 

12

5,6

10:11:54

bei 26:08

 

B53.934968° L10.313180°

+-2m

 

 

13

3,45

10:13:31

bei 27:45

5m

B53.934890° L10.313070°

Grund - Mudde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Strecke 3

von B53.934862°/L10.313009° _90°O entlang 56m nach B53.934862°/L10.313863°

MP

Tiefe

Zeit

Entf. Ufer

Koordinaten

Kommentar

 

14

6,95m

10:16:30

bei 30:44

ca.10m

B53.934867° L10.313144°

Grund

 

15

5,35

10:17:27

bei 31:19

 

B53.934872° L10.313269°

+-1m

Grund - Mudde

 

16

6,95m

10:18:56

bei 33:10

 

B53.934880° L10.313491°

+-1m

Wolke*

 

17

5,55

10:20:18

bei 34:24

 

B53.934889° L10.313690°

 

 

18

3,55

10:22:00

bei 36:14

5m

B53.934899° L10.313816°

Äste, Mudde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kleiner Segeberger See / Datei: 19.10.12  10:52:17  1,29GB  36`40``

 

Strecke 4

Bezugsachse:

von B53.934862°/L10.313863° _90°O entlang 56m nach B53.935211°/L10.313110°

MP

Tiefe

Zeit

Entf.Ufer

Koordinaten

Kommentar

 

19

6,05m

10:58:23

bei 6:06

ca.10m

B53.934930° L10.313764°

+ Durchfahren der *

in der Sprungschicht

 

20

7,85

10:59:43

bei 7:26

 

B53.935019° L10.313605°

+ Durchfahren der *

in der Sprungschicht

 

21

8,15m

11:01:20

bei 9:03

 

B53.935057° L10.313537°

+- 4 m

+ Durchfahren der *

in der Sprungschicht

 

22

7,45

10:02:51

bei 10:34

 

B53.935145° L10.313359°

+- 2 m

 

 

23

2,7

11:05:10

bei 12:53

 ca.4m

B53.935209° L10.313172°

ehemaliges

Ablaufbauwerk ?

 

 

 

11:06:26

bei 14:09

 

B53.935209° L10.313172°

Grund, keine Mudde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Strecke 5

Bezugsachse:

von B53.935211°/L10.313110° _90° entlang 90m nach B53.935210°/L10.314555°

MP

Tiefe

Zeit

Entf.Ufer

Koordinaten

Kommentar

 

24

5,05m

11:07:55

bei 15:38

ca.10m

B53.935210° L10.313263°

 

 

25

6,45

11:08:45

bei 16:28

 

B53.935210° L10.313367°

+-2m

 

 

26

6,65m

11:10:31

bei18:14

 

B53.935210° L10.313579°

Wolke *

 

27

6,45

11:11:51

bei 19:34

 

B53.935208° L10.313745°

 

 

28

5,95

11:13:12

bei 20:55

 

B53.935197° L10.313972°

Wolke *

 

29

4,85

11:14:16

bei 21:59

 

B53.935193° L10.314117°

Wolke * ca. 20cm über Grund

 

 

 

11:15:04-25

bei 22:13

 

 

Laub Äste, keine Mudde

 

30

3,75

11:16:05

bei 23:12

 

B53.935217° L10.314347°

Äste, Mudde, Laub

 

31

3,75

11:16:54

bei 24:37

 

B53.935234° L10.314420°

Äste, Mudde, Laub

 

32

1,55

11:17:30-40

bei 24:13

5m

B53.935243° L0.314462°

Äste, Mudde, Laub

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bei ca. B53.935348°/L10.313938° bis ca. B53.935324°/L10.313938°

eMP

Tiefe

Zeit

Entf.Ufer

Koordinaten

Kommentar

 

33

ca.1,5m

11:20:08

bei 27:51

ca.1m

B53.935348° L10.313938°

sehr steiler Hang  >45°

 

bis

bis

bis

bis

bis

Äste Baumkrone?

 

34

ca.4m

11:22:20

bei 30:03

ca.4m

B53.935324° L10.313938°

Mudde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*Wolke = Schwebstoffwolke auf / in  Sprungschicht

 

 

Kleiner Segeberger See / 25.10.12 (nur Messung mittels Senkmaß & GPS)

 

Strecke 6

Bezugsachse:

von B53.935038°/L10.314058° _270°W entlang 65m nach B53.935038°/L10.313074°

MP

Tiefe

Zeit

Entf.Ufer

Koordinaten

 

 

35

3,35m

10:26:30

5m

B53.935042°/L10.313983°

 

 

36

5,95

10:27:30

 

B53.935046°/L10.313882°

 

 

37

7,75

10:28:50

 

B53.935049°/L10.313743°

 

 

38

8,55m

10:30:05

 

B53.935038°/L10.313615°

 

 

39

8,45

10:31:05

 

B53.935038°/L10.313511°

 

 

40

7,95

10:33:00

 

B53.935045°/L10.313312°

 

 

41

5,95

10:34:30

5m

B53.935052°/L10.313152°

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Strecke 7

Bezugsachse:

von B53.934637°/L10.313450° _360° entlang 78m nach B53.935342°/L10.313450°

MP

Tiefe

Zeit

Entf.Ufer

Koordinaten

 

 

42

3,15m

10:40:30

5m

B53.934691°/L10.313459°

 

 

43

 

 

 

 

 

 

44

 

 

 

 

 

 

45

 

 

 

 

 

 

46

 

 

 

 

 

 

47

 

 

 

 

 

 

48

 

 

 

 

 

 

49

 

 

 

 

 

 

50

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Strecke 8

Bezugsachse:

von B 53.935364°/L10.313716° _180° entlang 67,5m nach B53.934757°/L10.313716°

MP

Tiefe

Zeit

Entf.Ufer

Koordinaten

 

 

51

 

 

 

 

 

 

52

 

 

 

 

 

 

53

 

 

 

 

 

 

54

 

 

 

 

 

 

55

 

 

 

 

 

 

56

 

 

 

 

 

 

57

 

 

 

 

 

 

58

 

 

 

 

 

 

59

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Eine alte Karte wird interessant:

U.Salchow, Flurkarte von 1804 mit Steinbruch, Dahmloscher Kuhle und Kleinem Segeberger See

Hans-Peter Sparr: Der Kalkberg. Naturdenkmal und Wahrzeichen der Stadt Bad Segeberg. Hamburg 1997, ISBN 3-7672-1299-4
Hans-Peter Sparr: Der Kalkberg. Naturdenkmal und Wahrzeichen der Stadt Bad Segeberg. Hamburg 1997, ISBN 3-7672-1299-4


>200 Jahre (pink),  >400 Jahre (rot), Kontur der Kalkbergscholle (dunkelblau)
>200 Jahre (pink), >400 Jahre (rot), Kontur der Kalkbergscholle (dunkelblau)
Die Ursprungsform der Dahmloskuhle zeigt auch die ursprüngliche Ausdehnung der Kalkberghöhle an. So etwa sah es wohl vor 430 Jahren dort aus (siehe ARX SEGEBERGA von Johann Greve 1585)
Die Ursprungsform der Dahmloskuhle zeigt auch die ursprüngliche Ausdehnung der Kalkberghöhle an. So etwa sah es wohl vor 430 Jahren dort aus (siehe ARX SEGEBERGA von Johann Greve 1585)

Auch wenn heute einige Straßenverläufe etwas anders sind als vor 200 Jahren noch, so stimmt doch Salchows` Karte von 1804 in den allermeisten Bereichen mit der heutigen Flurkarte erstaunlich gut überein. Ganz besonders auffallend sind jetzt hier die stark abweichenden Proportionen in den Darstellungen des Kleinen Segeberger Sees und der Dahmloskuhle (Lila = 1804). Für den See kann dies bedeuten, dass er durch menschlichen Eingriff stark verkleinert worden ist. Es erfolgten Aufschüttungen der drei Buchten von Südost, Süd und West. Ob das nördliche Ufer auch künstlich verlegt wurde, oder hier eine natürliche Rutschung am Wirken ist, wäre eine interessante Fragestellung. Fernerhin hat sich das Ostufer teilweise zum Berg hin um etwa 15 Metern in rund 200 Jahren zurückgezogen und dort eine neue kleine Bucht gebildet. Ähnliches scheint auch in der kleinen südlichen Bucht zu geschehen. Dies zeugt von anhaltenden Subrosions- und Suffosionsvorgängen im Untergrund. Der Kleine Segeberger See ist heute, der Betrachtung weiter oben folgend, etwa 40cm tiefer als zu Salchows Zeiten.


Kleiner Segeberger See
einer von mehreren in den See gesunkenen Bäumen (hier südl. kleine Bucht)


Anleitung zum Bau einer einfachen Unterwasserkamera:

 

 Die Kamera und das Unterwassergehäuse:

 

Kamera:

Canon PowerShot A590 IS im Film-Modus, automatischer Weißabgleich, Farbeinstellung: kräftig, Auflösung: 640x480, long play mit 20 Bilder/Sek., Aufnahmezeit: 48Min. auf 2GB SD-Card, IS-Modus: aus

(Es eignet sich jede Digitalkamera mit einer Lichtempfindlichkeit von mind. ISO800) 

Aufrgrund ihrer höheren Energiedichte und geringeren Anfälligkeit gegenüber niedrigen Temperaturen empfiehlt es sich für die Kamera Lithiumbatterien zu verwenden.

 

Beleuchtung:

Leuchtdioden-Balken (60LED, bläulich-weiß), Batterien: 4xAA (Mignon)

 

Gehäuse:

3L Einmachglas (Fido von der Fma. Bormioli Rocco) mit Bügelverschluss und Gummiring,

zugeschnittener Filterschwamm aus dem Aquarienfachhandel zum Fixieren der Baugruppen im Glas,

Dachdecker-Blei, abgewogen und gefaltet als Tarrier-Gewicht.

Füllung des freien Volumens mit `Silica Gel weiß 6-10mm Kugeln` (gut zu beziehen bei `hobby photo`) zur Aufnahme des Kondenswassers bei kalten Temperaturen in tieferen Wasserschichten (im Hypolimnion herrschen ganzjährig niedrige Temperaturen bis ca. 4°C)

 

Tarrierung:

Das Gehäuse samt Inventar wiegt 3930g bei einem verdrängten Volumen von 3,7L.

Daraus ergibt sich unter Wasser eine Abtriebskraft an der Gewässeroberfläche von 230g.

ergo: Das Gehäuse hört auf zu sinken, wenn eine Wasserschicht mit einem spezifischen Gewicht von 1062g/l erreicht wird (in der Untersuchung vom April 2010).

(zum Vergleich: eine gesättigte Kochsalzlösung hat die Dichte 1189g/l)

Eine Tarrierung bis auf ein Gewicht von 5900g ist mit gefaltetem Dachdeckerblei /Walzblei problemlos möglich, womit ein Absinken der Kamera in eine Schicht mit einem spezif. Gew. bis 1595g/L möglich wird (wie in der Untersuchung Oktober 2012).

 

 Die Zug- und Hebevorrichtung

 

Schwimmer:

Ein leerer 5L-Kanister

 

Befestigungen und Seil-Öse:

Jeweils mit stabilen Kabelbindern befestigte Schlüsselringe

 

Seile:

2x100m 0,45mm Angelschnur (Tragkraft 11kg). Besser geeignet ist Takelgarn aufgrund der höheren Tragkraft bzw. Reißfestigkeit. (Außerdem neigt abgespulte Angelsehne zu verdrillen und zur Schlaufenbildung)

 

 

Inzwischen sind gute, wasserdichte Actioncams für jedermann erschwinglich. Allerdings muss man dann das Problem der Ausleuchtung des Bildausschnitts und der Tarrierung (sofern benötigt) anderweitig lösen, was einen nicht ganz unerheblichen Konstruktionsaufwand darstellt.

 

 

 

 

 

 

 

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